Schülerhilfe Der Leitgedanke des aktuellen Schulgesetzes ist die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler. In der Praxis gestaltet sich die Umsetzung dieses sicherlich sinnvollen Anliegens insbesondere vor dem Hintergrund großer Klassen und unterschiedlichster Lern- und Leistungsvoraussetzungen schwierig. Trotz großer Anstrengungen der Lehrkräfte können fachliche Defizite in vielen Fällen nicht behoben werden, die betroffenen Schülerinnen und Schüler können dem Unterricht nicht mehr angemessen folgen und erfahren schon früh Misserfolge. Kann den Leistungsschwächen auf der unterrichtlichen Ebene nicht begegnet werden so stehen die Schülerinnen und Schüler in der Regel mit ihren Förderempfehlungen allein da, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, mit ihrem Kind die Defizite aufzuarbeiten oder in professionelle Nachhilfe zu investieren. Unseres Erachtens darf schulischer Erfolg bzw. Misserfolg nicht vom Zeitbudget bzw. der Geldbörse der Eltern abhängig sein. Zudem sind Nachhilfeinstitute in unserem ländlich strukturierten Raum für viele Kinder nur aufwendig zu erreichen. Hier bietet unsere Schule mit der Fördermaßnahme „Schülerhilfe“ eine Lösung an: Schülerinnen und Schüler mit fachlichen Schwächen werden über den Unterricht hinaus auf ihrem Lernweg begleitet, die Förderung wird eng an ihre individuellen Bedürfnisse geknüpft. Tutoren – leistungsstarke, sozial kompetente Schülerinnen aus der Jahrgangsstufe 10 – lernen Verantwortung zu übernehmen, können als „Lehrer“ von Kleingruppen ihre fachlichen Grundkenntnisse auffrischen und bessern ihr Taschengeld auf. Eltern erhalten die Möglichkeit, kostengünstig eine auf die Bedürfnisse ihres Kindes abgestimmte individuelle Förderung zu unterstützen. Lehrer erfahren mittelfristig eine Unterstützung ihrer unterrichtlichen Arbeit, die sich konsequenterweise in einer Verbesserung des Leistungsstandes der Klasse insgesamt äußert. Die Schülerhife ist ein auf Freiwilligkeit basierendes Angebot an die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 für eine gezielte Förderung in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik bzw. Hausaufgabenbetreuung. Die ausgewählten, leistungsstarken Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 erteilen in Kleingruppen von bis zu 4 Kindern Unterricht. Einmal pro Woche treffen sich die Lerngruppen im Anschluss an den regulären Unterricht in der 7. Schulstunde in ausgewiesenen Klassenräumen. Schon vor der Einschulung in die Klasse 5 informiert der Schulleiter die Eltern über die Möglichkeit, ihre Kinder - bei sich einstellenden Leistungsschwächen - von dieser Fördermaßnahme profitieren zu lassen. Die Schülerhilfe beginnt jedoch nicht mit dem ersten Schultag. Der Zeitraum zwischen Einschulung und den Herbstferien dient der Feststellung des Leistungsstandes. Durch die dann vorliegenden Ergebnisse der ersten Klassenarbeiten, durch den Elternsprechtag oder andere Gespräche mit den Lehrern erfahren die Eltern, ob eine Teilnahme ihres Kindes sinnvoll wäre. Zudem wird durch einen Brief an alle Eltern die Maßnahme erneut erläutert. Die Jahrgangsstufe 6 betreffend informiert ein Schreiben im Anschluss an die Sommerferien die Eltern über die Fortführung der Fördermaßnahme. Für die Eltern besteht jederzeit die Möglichkeit, ihr Kind an- oder abzumelden. Für einen Zyklus (acht Förderstunden) ist die Teilnahme dann verpflichtend. Die Teilnahmegebühr pro Zyklus beträgt 20,-€. Das Geld wird an die Tutoren weitergegeben. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 tragen sich gegen Ende des Schuljahres in Listen ein, falls für sie eine Tätigkeit als Tutor im Anschluss an die Sommerferien in Frage kommt. Die diese Schülerinnen und Schüler unterrichtenden Fachlehrer beraten den organisierenden Lehrer, inwieweit der interessierte Schüler für diese Aufgabe geeignet ist. Die Tutoren werden vom organisierenden Lehrer den Schülern zugeteilt. Bei jedem Treffen dokumentieren sie ihre Anwesenheit und die bearbeiteten Inhalte in einem Dokumentationsbogen. Nach insgesamt acht absolvierten Förderstunden verfassen die Tutoren den Eltern einen kleinen Bericht über behandelte Themen, den individuellen Lernfortschritt und das Verhalten des Schülers während der Förderstunden. Nach diesen acht Stunden erhalten die Tutoren zudem ihre Aufwandsentschädigung. Zum allgemeinen Beratungsangebot der Kollegen gehören die Gespräche mit den Eltern, denen gegebenenfalls angeraten wird, ihr Kind bei der Fördermaßnahme anzumelden. Überdies beraten die Kollegen den organisierenden Lehrer, ob interessierte Schüler als Tutoren eingesetzt werden können. Kriterien sind hier fachliches Wissen, soziale Kompetenz und Zuverlässigkeit. Zudem muss bedacht werden, ob die zeitliche Inanspruchnahme den betreffenden Tutor nicht an der Verwirklichung eigener schulischer Ziele hindert. Die eingesetzten Tutoren erhalten in Beratungsgesprächen mit den die Förderkinder unterrichtenden Lehrern notwendige Informationen bezüglich der Unterrichtsinhalte, der spezifischen Defizite der Schüler und der Fördermöglichkeiten. Die Lehrer stellen ggf. Material bereit, um die Tutoren bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Zu regelmäßigen, zeitlich festgelegten Zeiten findet eine Evaluation der Schülerhilfe statt. Hierfür wurden eigens Fragebögen für die unterrichteten Schüler, die Tutoren und die Eltern entwickelt.